Mittwoch, 7. August 2013

Burkina, die 4. ;)

...für ungefähr 6 Wochen.
Die "Hauptmission" : eine Research für meine Bachelorthesis machen.
Mein Thema wird so grob "Gemeinwesenarbeit in Wiederansiedlungsgebieten" sein.
Als Praxisbezug habe ich Yagma, den Stadtteil Ouaga's, in dem die Flutopfer von 2009 angesiedelt wurden, gewählt, weil ich dort auch schon im letzten Jahr während meines Praktikums gearbeitet und somit schon die ein oder anderen Kontakte habe.

Eine spannende, aber auch herausfordernde Sache! Und die Zeit rennt...
Aber wie sollte es auch anders sein: Ca va aller ;)



Eine der MikrokreditnehmerInnen. Sie kocht und verkauft Reis und Bohnen, sowie Säfte.
"Im Moment läuft es allerdings nicht so gut, weil Ramadan ist.", meint sie.
Wie gut, dass heute Abend schon Fastenbrechen ist ;)
Fast an allen Ecken in der Stadt wurden deshalb heute Hühner und andere Tiere verkauft,
damit gebührend gefeiert werden kann =)


Ein kleiner Eindruck von Yagma, wo ich meine Research mache. Dies ist ein eher wenig bebauter Teil.
Die "Dreckhügel", die ihr auf dem Bild seht, werden von Frauen zusammengefegt,
auf Eselkarren verladen und dann für die Herstellung von Steinen für den Hausbau verkauft. Dies ist eine der wenigen Verdienstmöglichkeiten vor Ort. Die meisten Menschen, die im informellen Sektor sind, d.h. mit Kleinstgewerben, wie dem Verkauf von Schuhen, Kuchen, Seife etc. ihren Lebensunterhalt verdienen, sind gezwungen, ihre Waren auf Märkten in Ouaga zu verkaufen, da die Kaufkraft in Yagma selbst sehr gering ist. Dafür nehmen sie täglich weite Strecken, größtenteils zu Fuß, auf sich.




Eine der Frauen in Yagma, die durch eine von deutschen Entwicklungshilfegeldern finanzierte Ausbildung, heute wunderschöne Stoffe herstellt. (Falls jemand Interesse daran hat, bitte melden. Eignet sich super als Tischdecke etc. ;))

Erst nachdem wir die Fotos gemacht haben, hat uns die Frau unter Tränen erzählt, dass sie erst vor kurzem ihren Mann durch einen Unfall verloren hat. Ein schwerer Schicksalsschlag, vor allem in einem Land, in dem es kein formelles Sozialsystem oder Witwenrente gibt. Da bleibt nur eine Möglichkeit: Kopf hoch und noch härter arbeiten, als zuvor, um die Familie versorgen zu können. 


Die Schneiderinnenstube einer neuen Kreditnehmerin.
Auch diese Kleider wollen vermutlich bei der Ramadanfeier der Muslime getragen werden.
Schön sind sie allemal ;)

Achso, weitere Gründe für mein Kommen:
- Freunde und Bekannte treffen und grüßen
- Das Seifenprojekt, das durch die Unterstützung von Heartbeats, von einer Frauengruppe meiner Kirche in Yako gestartet werden konnte, besuchen, Fotos machen, Dinge besprechen etc.
- ...
- und ein wenig mit Melly, meiner Freundin von der Uni, die ihr Praxissemester im Waisenhaus gemacht hat, reisen ;)

Letzteres haben wir gerade mal vorangestellt. Und nun geht's mit vollem Einsatz an die Arbeit!

Ganz liebe Grüße aus Burkina!
Sarah

Freitag, 14. Juni 2013

Besuche im Gefängnis

Man sollte ja meinen, es gäbe da so gewisse Sicherheitsvorkehrungen in einem Gefängnis...
Theoretisch gibt es die auch in Kissidougou, dem Ort meiner Einsatzstelle in Guinea allerdings sieht man das da zumindest bei Weißen nicht so wild. Und so passiert es dann auch, dass man nach einem freundlichen Smalltalk mit den Wächtern und dem Gefängnisleiter gemütlich mit seiner Tasche ins Gefängnis spaziert, um die Inhaftierten zu besuchen. Nur gut, dass ich nichts Böses im Sinn hatte, sondern nur die Mädchen und Frauen besuchen und ein wenig unterstützen wollte.

Einige Wochen nach dem ich in Guinea angekommen war, wurde in der Stadt ein junger Mann nachts erschossen, worauf es zu Ausschreitungen kam, auf dem Markt randalliert wurde etc. Im Zuge der Ermittlungen wurden die 3(!) FreundInnen sowie einige Mitschüler des Ermordeten ins Gefängnis gebracht. Man sagte uns, im Falle der Mädchen sei das zunächst eine Art Schutzhaft, denn so aufgebracht, wie die Bevölkerung war, könne man da für nichts garantieren. Es wäre durchaus möglich, dass Selbstjustiz geübt wird.

Ok, dachten wir, das kann ja dann nur eine Sache von ein paar Tagen sein... Aber weil die Missionarin, bei der ich war, eh schon ein Nähprojekt mit den Frauen im Gefängnis hatte, dachte ich, gehe ich mal mit und besuche die Mädchen. Und daraus ergab sich, dass ich regelmäßig ins Gefängnis gegangen bin, um die Mädchen zu besuchen, für sie da zu sein und sie zu ermutigen. Denn aus der kurzen Untersuchungshaft wurde aufgrund von Verzögerungen bei den Ermittlungen dann insgesamt fast 8 Monate - denn selbst als ich aus Guinea wegging, waren die Mädchen noch nicht frei!

Die Mädels und Frauen im Gefängnis
- bis auf eine sind sie nun alle wieder frei  =)
Eine krasse Lebenswende für 18-jährige Mädchen - von einer Nacht auf die andere vom Schulmädchen zu einer Tatverdächtigen, in einem Gefängnis, in dem Männer und Frauen gemeinsam untergebracht werden. Damit muss man erstmal zurecht kommen und ich habe gemerkt, dass es wohl so sein sollte,dass ich gerade zu diesem Zeitpunkt dort war und den Mädchen eine Stütze werden konnte. Und es war echt schwierig für mich, sie trotz meiner Versuche den Fall mit Besuchen beim zuständigen Richter voranzutreiben, auch nach meinem Abschied noch dort zu wissen....Umso schöner, dass sie nun endlich frei sind!

Bei meinem letzten Besuch im Gefängnis haben wir mit allen Gefangenen einen Film geschaut... so einer, der zum Nachdenken anregt ;) Das war echt schön und eine gelungene Abwechslung für die Inhalftierten.
Viele von ihnen sitzen schon seit Monaten ohne Verurteilung im Gefängnis. Einige von ihnen sind unschuldig, andere haben vielleicht ihre eigentliche Haftzeit schon überschritten. Tja, und manchen geht es unter Umständen im Gefängnis besser als draußen, weil sie dort zumindest eine zweimal am Tag etwas zu essen bekommen... Denn obwohl Gefängis wohl nie eine gute Sache ist, der Gefängnisleiter und der Hauptwächter meinen es echt gut mit den Gefangenen und ja, ich glaube man könnte sie durchaus als Sozialarbeiter bezeichnen ;)

Das Getreidebankenprojekt

Uns was ich jetzt genau in Guinea gemacht habe?

Diese Gruppe hat bereits im Vorjahr Mucuna angepflanzt,
der als Dünger dient. Jetzt wollen sie eine Getreidebank starten.
Meine Hauptaufgabe bestand daran ein Getreidebankenprojekt zunächst zu evaluieren und dann unter Umständen weiter auszubauen.

Die Getreidebanken funktionieren folgendermaßen: motivierte Gruppen, die bereits eine Schulung mit dem Projekt AGRO gemacht haben, beschließen mindestens eine Tonne ihrer Reiserträge zu sammeln und bis zur nächsten Mangelzeit zu lagern. Der Reis wird zu diesem Zeitpunkt dann als Saatgut oder zur Nahrung auf Kredit ausgegeben. Diese müssen dann nach der Ernte mit einem geringen Zinssatz wieder zurückgezahlt werden.

Das Projekt soll den Armutskreislauf durchbrechen, in dem fast alle Landwirte stecken. Da die Erträge meist gering sind, reicht der Reis oft nicht für das gesamte Jahr. Deshalb sind die Kleinstbauern dazu gezwungen zur Aussaat Reis mit einem Wucherzins bei den Händlern auf Kredit zu nehmen. Die Tilgung dieser Kredite umfasst jedoch einen Großteil der Erträge und der verbleibende Reis reicht dann erneut nicht für das kommende Jahr... Genau diesen Kreislauf versucht das Projekt zu durchbrechen und den Bauern aufzuzeigen, dass sie selbst den Schlüssel zu einer besseren Zukunft in der Hand haben. Wenn sie es schaffen, ihre eigenen Erträge besser zu verwalten und sich damit unabhängig von den Händlern zu machen, können sie nicht nur sich selbst, sondern auch den anderen Dorfbewohnern helfen, schuldenfrei zu werden und einer besseren Zukunft entgegen zu gehen. In anderen Worten:  Empowerment und Hilfe zur Selbsthilfe.

Bei einem Treffen mit einer der Getreidebankgruppen


Mit einem Kollegen war ich zunächst tagelang mit dem Motorrad in den Dörfern unterwegs und habe die 12 Testgetreidebanken aus den vergangenen Jahren evaluiert. Mit den Ergebnis haben wir einen Praxisführer für Getreidebanken erstellt, der den Gruppen als Anleitung bei der Verwaltung der Getreidebanken dienen soll.




Das neu gewählte Verwaltungskomitée
Der Vorstand und ein dreiköpfiges Kontrollkomitée

 
Anschließend haben wir begonnen neue Getreidebankgruppen zu schulen und waren dazu hunderten von Kilometern auf den schon erwähnten bestens ausgebauten Straßen in 4 Präfekturen in der Waldregion Guineas unterwegs. Und auch wenn wir wirklich nur mit den motiviertesten Gruppen gearbeitet haben, waren wir selbst überrascht, dass wir am Ende auf 30 neue Getreidebanken kamen!

Ein gefüllter Lagerraum. Diese Gruppe hat beschlossen, den Reis der Dorfbewohner gegen Bezahlung in ihrem Lagerraum zu lagern und damit die Gruppenkasse aufzubessern.


Das Projekt stößt auf großes Interesse, obwohl es auf Seiten der Bauern eine großes Engagement verlangt. Denn eine Tonne Reis will auch erst einmal geerntet sein! Jetzt heißt es die Gruppen kontinuierlich zu begleiten, dass die Getreidebanken gut verwaltet und kontinuierlich ausgebaut werden können. An Ideen fehlt es denn Kleinbauern da nicht, denn schließlich lässt sich auch Palmöl, Kaffee und Kakao ziemlich gut lagern. Es war schön zu sehen, wie die Menschen begeistert sind und kreativ werden, weil sie vertrauen geschöpft und ihre Chancen erkannt haben. Und darauf lässt sich auf vielfältige Weise aufbauen!

von Reisfeldern, Buschfeuern und Schlaglöchern

Habt ihr gewusst, dass man, wenn man einzelne winzig kleine Reisplänzchen mit einem Abstand von 30cm in Reihen in einen schlammigen Untergrund steckt, die Erträge, um ein vielfaches höher sind, als wenn man größere Setzlinge kreuz und quer steckt oder die Samen einfach ausstreut?
Naja, ich jedenfalls wusste es bisher nicht und die meisten guineischen Kleinbauern auch nicht. Deshalb werden sie im Projekt AGRO geschult, damit sie ihre Reiserträge steigern und somit ganzjährig ihre Familien mit Reis ernähren können. Ein super Projekt, das an der Wurzel des Problems ansetzt und direkt in die Lebenswelt der Menschen spricht, die zum größten Teil von Subsistenzwirtschaft leben.
Ihr zweifelt, dass es funktioniert? Die Bauern meist auch. Deshalb werden mit allen ausgebildeten Gruppen Demonstrationsfelder gemacht - und während sich zu Beginn viele darüber lustig machen, sind sie hinterher umso erstaunter über die Erträge.

eine der hektargroßen Reisanbauflächen, die wie hier an der Bibelschule in Telekoro angelegt werden,
damit das Wasser zur Anbauzeit kontrolliert hineingeleitet werden kann
Ich hab ja wirklich nicht viel Ahnung von Landwirtschaft und auch nur bedingt von Reisanbau...(also abgesehen davon, dass ich stundenlang Reisfelder bestaunt, auf Versuchsfeldern Erträge ausgewertet und mich ein wenig beim Ernten und Dreschen des Reises versucht habe ;)) Aber was ich weiß, ist das es einen riesigen Unterschied für die Menschen macht, deren Existenz von der Landwirtschaft abhängt, ob die Ernten besser oder schlechter ausfallen.

Das ist nur ein kleines Feuer, dass als Gegenfeuer gelegt wurde, um ein Reisfeld zu schützen.
Ihr könnt euch vorstellen, wie dann ein loderndes Buschfeuer aussieht...

Während die Landwirte hier in Deutschland mit modernsten Techniken arbeiten, machen die Guineer noch immer alles per Hand. Fruchtwechsel bzw. Methoden, um dem Boden zu Düngen, sind den meisten fremd. Deshalb holzen sie jedes Jahr den Regenwald weiter ab, um die entstandenen Felder dann ein Jahr lang zu bewirtschaften und hinterher weiterzuziehen. Und als sei das noch nicht schlimm genug, werden in vielen Gegenden auch Buschfeuer gelegt. Manche sagen, es seinen, die Nomaden, die die Feuer legen, damit die Tiere dann die niederen Pflanzen essen können, andere meinen, es seien die Jäger, um die Tiere aufzuscheuchen. Vermutlich sind es beide Gruppen. Die Natur zerstört es jedenfalls... Und die Regierung greift auch nicht ein, um das ganze zu stoppen...

Ebenso wenig wie sie es schafft, die Straßen auszubauen. Die bestehen nämlich größtenteils mehr aus Schlaglöchern, als aus allem anderen. Da braucht man dann selbst mit dem guten Allradauto schon mal für 80km schlaglöchergespickter Teerstraße 3Stunden. Die andere Liga sind dann sie bergigen, entweder ausgewaschenen oder mit Steinen gespickten Nebenstraßen. Da gilt dann das Motto: gut zielen, kurbeln und durch! Naja, um ehrlich zu sein, wenn man's als Herausforderung betrachtet und die Nerven nicht verliert, machen letztere richtig Spaß =) (Auch wenn ich froh war, dass es Trockenzeit war, denn wenn das ganze in der Regenzeit zu Schlammlöchern wird...) Und auf alle Fälle weiß man es zu schätzen, wenn man heil am Ziel ankommt! =)


Ein paar Bildimpressionen von meiner Zeit in Guinea...

Seht ihr die Ähnlichkeit?!
3 Generationen auf dem Bild, die 4. hatte keine Zeit für's Foto ;)

Meine Freundin Jeanne.
Sie und ihr Mann sind meine engsten Freunde in Guinea geworden und wir konnte über Gott und die Welt reden =) Danke, für die tolle Zeit mit euch!
Sie sollte inzwischen übrigens, so Gott will, glückliche Mutter sein =)
Ich durfte die letzten Tage vor dem Abflug bei ihr und ihrer Familie verbringen.
War eine tolle Zeit und ich habe doch tatsächlich noch ein wenig kochen à la Guinéene gelernt ;)

In Dalaba - einem der schönsten Flecken Guineas.
Ich durfte 2mal dort sein: einmal mit Papa auf unserer Reise nach Guinea
und dann nochmal mit den Missionaren von der MPA.
Gerne irgendwann nochmal ein drittes Mal.
Idealer Urlaubstyp für alle, die was Alternatives brauchen und dafür bereit sind die Anreise auf den holprigsten Straßen in Kauf zu nehmen ;)

Bei einer der Gruppen aus dem Getreidebankprojekt.
Sie mussten erst noch die Reisgarbenbündel vom Feld holen, bevor wir mit dem Workshop zur Verwaltung ihrer Getreidebank beginnen konnten. Wie gut, dass man solche "Verspätungen" stets einplant.

Eine der leckeren Früchte in Guinea: Papayas
(und die schmecken so ganz anders, als die, die wir hier bekommen)
Außerdem gabs Bananen, Ananas, Orangen, Pampelmusen, Avocados, ...
und wenn man zur richtigen Jahreszeit da ist: Mangos im Überfluss!
War Klasse, so viel leckeres Obst zu bekommen =)




Landschaftlich hat Guinea ganz schön, was zu bieten!
Berge, Wälder (wenn auch leider immer weniger), Flüsse, das Meer mit einigen wunderschönen vorgelagerten Inseln...
Wenn das Land politisch stabiler wäre und die Infrastruktur besser ausgebaut
(d.h. es Straßen gäbe, die nicht nur aus Schlaglöchern bestehen...),
dann wäre es bestimmt ein beliebtes Urlaubsland!

Donnerstag, 1. November 2012

Guinea...



Hallo ihr Lieben, 

nun gibt es endlich mal wieder einen Eintrag – solang das Internet noch zulässt! Wir haben – Gott sei Dank- inzwischen einen Internetstick gefunden, aber die Verbindung reicht meist geradeso zum Emails abrufen und schicken.

Ich bin nun schon einen Monat in Guinea. Davon knapp 3 Wochen an meiner Praxisstelle. Es ist im Grunde ein Landwirtschaftsprojekt (was mir vorher nicht so ganz klar war…) Es geht darum neue Methoden zum Reisanbau zu entwickeln und einzuführen und damit die Ausgaben zu senken und Erträge zu steigern. Und das heißt für mich dann die nächsten Wochen jede Menge Versuchsfelder auszuwerten und, ja richtig, Reiskörner zu zählen ;). Was das dann genau mit internationaler sozialer Arbeit zu tun hat, muss ich allerdings noch herausfinden.

Ein anderer Teil meines Praktikums wird sein, ein Projekt mit Getreidebanken auszuwerten. Das Projekt ist noch in der Testphase und bevor die Ausbilder mit der Sensibilisierung in den Dörfern beginnen, wollen wir die bisherigen Erfahrungen auswerten und eine Art Ausbildungsguide für sie entwickeln. Den Fragebogen haben wir schon erstellt und bald geht auch die Praxis los. Darauf freu ich mich schon!

Ja und ansonsten werde ich mir sonst noch irgendwelche soziale Projekte suchen ;)
Also denn, bis zum nächsten Eintrag. Wir waren jetzt gerade eine Woche auf in Dalaba, bei einem Treffen mit allen Missionaren, die von meiner Organisation in ganz Guinea verteilt arbeiten. Es war eine gute Zeit und es ist schön alle kennen zu lernen und ein wenig einen Überblick zu bekommen, was für Projekte noch so in Guinea sind. Morgen früh geht’s dann zurück nach Kissi und die Arbeit geht richtig los!

Ganz liebe Grüße,
Sarah

Donnerstag, 11. Oktober 2012

ab ins Projekt

... so heute mal im Stickwortformat

- wir sind nach unserer Reise gut in Conakry angekommen. Und ganz ehrlich, die letzte Fahrt war die einzige, naja ...viel zu viele Menschen im Auto und zu schnelles Kurven fahren. Das mit den Kurven mag ich halt einfach nicht so gerne ;)

- Conakry ist groß und die Straßenführung so gut, dass man einfach mal für die 20km in die Stadt schon mehr als 2 Stunden braucht. Gut wenn man keine festen Termine oder Arbeitszeiten hat, aber sonst...

- am Dienstag ist mein Dad heimgeflogen. War echt ne schöne Zeit =)...
 und die Missionare, bei denen ich mein Praxissemester mache, sind angekommen. Ein tolles Ehepaar aus der Schweiz, die im Rentenalter für vier Jahre hier nach Guinea gekommen sind. Ich bin sicher es wird eine schöne und lehrreiche Zeit mit ihnen!

- jap und morgen früh gehts dann ab nach Kissidougou ins Projekt. Das werden dann nochmal 14h Fahrt sein und unser Auto ist schon mindestens so schön und hoch bepackt, wie das die Afrikaner auch tun...

... und weil noch nicht ganz klar ist, wie und ob überhaupt wir in Kissidougou Internet haben werden: Stellt euch darauf ein, dass es bis zum nächsten Eintrag ein bisschen dauert ;)

ganz liebe Grüße aus Guinea bis dahin!

Montag, 8. Oktober 2012

auf nach Guinea!

nach einer schönen Nacht im (zu) klimatisierten Zimmer auf zu neuen Abenteuern!

auf dem Weg nach Guinea: nur 5Min nach der Abfahrt, Überquerung des Gambia!

unser "Taxi" - ist es nicht schön?!
Die zwei Jungs, die ihr da seht, waren die Fahrer
Ich entschuldige mich an dieser Stelle für meine Zweifel an euren Fahrkünste, sie waren mehr als unberechtigt. Respekt!

die (1.) Abenddämmerung

alles klar da oben?!
tja, wenn die 22 Plätze unten voll sind, dann macht man halt oben weiter ;)


Meine Lieblingsstelle:
3 Fahrzeuge im Matsch stecken geblieben!
Da heißt es dann ab in den Matsch und mit 30 Mann ziehen...
(man beachte den weißen Mann an rechter Stelle!
- da konnte sich so mancher pingeliger Afrikaner - ihh Matsch- was abschauen ;))

und noch einmal...
man hilft ja dann doch, auch wenn der Fahrer Senegalese und kein Guineer ist ;)

ja, so ungefähr sah der Großteil der "Straße" aus

da zwickts dann auch mal an der ein oder anderen Stelle
vor allem, wenn man auf dem Platz, wo ich gerade allein sitz eigentlich die ganze Zeit zu zweit sitzt!!!!


aber was tut man nicht alles, um solche schöne, abgelegene Gegenden zu sehn ?! ;)

ein paar Impressionen aus Senegal

In Dakar: da genießt wohl einer den Ausblick auf's Meer...

... dachten wir zumindest ;)

... ansonsten ist Dakar eine busy afrkanische Großstadt... groß, laut und in der Regenzeit leider auch ein wenig stinkig weil nur bedingt eine Kanalisation vorhanden ist...
Nur der Strand ist da eine Ausnahme. Busy ist es da zwar auch, aber mit Sportlern sämtlicher Art - v.a. Fussballern ;) Ich will auch !!! =)

jemand Lust auf ein (frisches) Steak?!
ein Affenbortbaum- bzw. Baobab-Wald
(mit freundlichen Grüßen nach Israel ;))

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Bilder gibts in ein paar Tagen ;)

von Senegal nach Guinea



Hi ihr Lieben, 

(Letzt-)Endlich sind wir doch tatsächlich in Guinea angelangt… Nach 32 Stunden, auf Straßen, die selbst mit Allrad nur schwer befahrbar sind, in einem Toyota-Jeep mit ca. 22 Leuten (vorne 7 Erwachsene + 3 Kinder- hinten auf der Ladefläche 10 und auf dem Dach 4) und viel Gepäck (eine der Mitfahrerinnen ist umgezogen!).

Eigentlich wollten wir ja am 1.Okt. morgens losfahren… Leider hat sich dann jedoch rausgestellt, dass wir am Abend zuvor, als wir ungefähr eine Stunde am Abfahrtsort rumgefragt haben, keine bzw. nur falsche Infos bekommen haben, d.h. keine Tickets hatten und es deshalb hieß: mit dem Auto am Nachmittag könnt ihr mit, das fährt wenn genug Leute da sind… Sehr präzise diese Angabe und dementsprechend sind wir dann erstmal nochmal in Hotel… 

Gegen 2 sind wir dann zurück und haben beschlossen, die zwei Restplätze noch aufzukaufen, dass es am Abend noch losgehen kann… Die wurden dann vermutlich einfach nochmal verkauft, aber zumindest haben wir damit die Plätze vorne bekommen, weil „das ja dann nur fair ist“ (Zitat die Fahrer) ;) Vorne bedeutet dann zu zweit auf dem Befahrersitz + Sicht, anstatt zu 12 auf der Ladefläche…  Wahrscheinlich dachten sie auch, dass wir das hinten nicht durchstehen… 

Naja, um sechs abends gings dann endlich los… und gleich mit ner Fähre mit Handseil über den Gambia-River. Sehr schön, dachten wir…Einige Kilometer weiter hieß es dann erstmal alle austeigen und den Berg hochlaufen, sonst schaffst das Auto nicht…auch gut, wandern inklusive. Dann ging es so richtig los: Berge rauf und runter, auf „Straßen“, die mehr aus Felsen, Steinen, Fahrrinnen und Löchern bestehen, als aus irgendetwas anderes – und das es gegen Ende der Regenzeit ist, hat es bestimmt auch nicht besser gemacht – und das alles haben wir dann 1½Tage lang gemacht, in dieser doch sehr komfortablen Sitzposition, wo einem eigentlich schon nach 5 Minuten alles weh tut… Die erste Nacht haben wir auf einer Konstruktion aus „Bohnenstangen“ (sagt Papa) und die andere (Gott sei Dank!) kurz vor Ziel bei einer unserer Mitfahrerinnen zu Hause in einem Bett (!) und nicht wie zunächst geplant draußen verbracht. 

Natürlich haben wir auch an Pannen auf dem Weg nichts ausgelassen – Loch im Kühler, Probleme mit dem Allrad, Platten (ausgetauscht mit Ersatzreifen, bei dem die Felge gebrochen war) und das Highlight: im Matschloch festgefahren! Glücklicherweise hatten wir jedoch direkt einen Mechaniker und das nötige Ersatzmaterial dabei. Und waren auch nicht die Einzigen, die sich festgefahren hatten, das heißt die Passagiere, dreier Jeeps haben die Autos gemeinsam aus dem Matsch gezogen und weiter gings… (Kommentar einer Einheimischen: Dein Papa hat gut gearbeitet ;)) 

Zwischendurch haben wir dann mitten in den Bergen auch die Grenze von Senegal nach Guinea überwunden. Die Grenzposten bestanden aus ner Bambushütte, Elektrizität Fehlanzeige. Wenn wir es richtig gesehen haben, waren wir Nummer 40 und 41, von Nicht-Westafrikanern, die diese Grenzposten dieses Jahr überwunden haben… Und mit Sicherheit waren wir die einzigen Deutschen, denn der Grenzbeamte war mit unseren Pässen, Visa und Stempeln so was von überfordert (wo und wie muss der denn genau hin und überhaupt, wer brauch das schon?!), dass ich ganz schön in mich hineinschmunzeln musste ;) 

Insgesamt war der Trip echt schön, vor allem landschaftlich waren wir in Gegenden, wo vermutlich nicht jeder so schnell hinkommt… aber es war halt auch en bissl schmerzhaft an manchen Stellen und wir waren echt froh, als wir heut Morgen dann tatsächlich (und nocht nur hoffentlich bald) das Ziel und damit ne schöne Dusche und en Bett vor Augen hatten  =)

Heute sind wir dann ein wenig in der Kleinstadt Labé unterwegs gewesen, die irgendwie flair hat. Auf der einen Seite ist sie voll gemütlich und trotzdem busy. Es gibt einen große Obst und  Gemüse Markt und einen dann den richtigen Makrt mit allen Dingen, die das Herz begehrt: von bunten Stoffen, bis selbstgemachten Lederschuhen, Billigkitsch aus China, Erdnussbutter, Bisap, … Voll schön =) Und es gibt das beste Baguette, unser derzeitiges Hauptnahrungsmittel, das wir bisher auf unserer Reise gefunden haben. Man freut sich ja auch an den kleinen Dingen des Lebens =) 

Morgen geht’s dann nach Dalaba weiter und wir werden ein bisschen wandern gehen, in scheinbar einem der schönsten Wandergebiete Westafrikas =)

Bis die Tage, 
Ganz liebe Grüße aus Guinea!

Samstag, 29. September 2012

soviel zu innerafrikanischen Flügen...

... eigentlich sollte unser Flug ja um 16.00 gehen... bei der ersten Ankunft am Flughafen, hieß es dann allerdings gleich mal 19.40. OK, dachten wir uns, chillen wir halt noch ne Runde bei SIM und kommen gegen später an den Flughafen zurück. In Kurzform: der Abflug war dann 22.15 - über Niger, Mali, ... naja, und auch Mauretanien haben wir noch mitgenommen. Weil als wir beim Landeanflug auf Dakar sind wir in ein so heftiges Unwetter geraten, dass der Pilot einige Luftlöcher, Böen und Blitze später, dann doch beschlossen hat, dass es vielleicht doch weiser ist nochmal durchzustarten... Und ehrlich gesagt, ob man dann letztendlich mit 9 oder 12 Stunden Verspätung am Ziel ankommt, macht dann auch keinen großen Unterschied mehr.... Nur soviel: ich were in Zukunft gerne auf sämtliche Reifenplatzer (vor allem die hinten rechts), Unwetter beim Fliegen, u.Ä. gerne verziechten!!!

Naja und dann waren wir plötzlich in Dakar, Senegal, und die Stadt ist einfach mal riesig und aufgrund der Regenzeit ziemlich dreckig... Wir sind dann den Tag über ein wenig durch die Stadt gezogen...aber irgendwie sind afrikanische Großstädte einfach nicht so dsa wahre... Erst als wir dann gegen abend noch an den Strand sind und der überfüllt mit Fussballern und anderen Sportbegeisterten war, hat die Stadt dann doch so einie Pluspunkte bekommen ;)

Trotzdem sind wir dann heute gleich weiter ins Landesinnere von Senegal gefahren... Das senegalesische Transportmittel: 7 Place - Peugeots 504 Kombi mit einer zusätzlichen Sitzreihe - sprich Fahrer + 7 Passagiere... da ist es auf der Rückbank, dann doch ein wenig kuschelig - und ratet mal wo wir saßen ;) genau da zusammen mit dem Lulatsch von Afrikaner... Aber Hauptsache, man kommt früher oder später trotz der mit Schlaglöchern übersäten Straßen ans Ziel ;)

Und da chillen wir jetzt gerade, bevors dann morgen weiter geht... in Richtung Guinea...
ganz liebe Grüße,
Sarah

Papa in Burkina die 2.

... und dann kam auch schon mein Papa an...am 22.09. - pünktlich zu meinem...ne wartet unserem Geburtstag ;) und den haben wir mit einem schönen Abendessen gemeinsam gefeiert.
Am nächsten Tag sind wir dann morgens gemeinsam in die Kirche und anschließend haben wir das Moto von einem Freund geliehen bekommen... Das war echt cool!
Wir sind dann am Sonntag Nachmittag noch mit zwei Freunden, die Witwe des Autobesitzers, der beim Unfall gestorben ist, besuchen gegangen. Es war schön sie nochmal zu sehen und wir versuchen, ob sie einen Mikrokredit bekommen kann und sich damit eine neue Zukunft aufbauen kann.

Abends sind wir noch so in der Stadt rumgefahren und dass macht echt Spaß. Am nächsten Tag gings dann nochmal bei AGD vorbei, auf nen kleinen Stop an der Barage und dann mit dem Bus nach Yako.
Dienstag sind wir dann noch in Edouards Dorf und haben seine Familie und den Pastor dort besucht. Das war echt ne schöne Zeit und vor allem über so Themen wie Landwirtschaft und Co kann man sich mit den Afrikanern einfach stundenlang unterhalten sind...Wie gut, dass wir vom Lande sind ;)

Am Mittwoch Abend gings dann schon wieder nach Ouaga zurück und der Abschied war dann ein wenig abrupt...aber ich steh eh nicht so auf lange Abschiedsszenen ;)

Abends waren wir noch bei meinem Chef eingeladen. Es war ein megaschöner Abend, aber es gab einfach soooo viel zu essen und ablehnen ist in Afrika nicht... wenn sie nach Aubergine mit Ei, Chicken, Kochbanane und Nudeln mit Hackfleisch,  das Stück frieterten Fisch vor dem Früchtenachtisch weggelassen hätten, wärs auch gut gewesen ;)

Am Donnerstag sind wir dann noch eine meiner Kolleginnen besuchen gegangen, die vor 2 Tagen ihr Kind bekommen hatte... Ihr Mann, der in den USA ist, hat den Namen rausgesucht: Sarah ;)

Tja und dann sollte die Reise losgehn... früher oder später ;)

Ende Praktikum und Waisenhau...

Hallo ihr Lieben,

weitere 3 Wochen sind ins Land gegangen und wieder mal jede Menge passiert.

Inzwischen hab ich mein Praktikum abgeschlossen und es war echt eine gute Zeit. Ich hatte die Möglichkeit mit drei verschiedenen Personenkreisen zu Nachhaltigkeitsstudien zu machen bzw. mit Hilfe des Progress out of Poverty Indexes zu schauen, ob AGD mit den Krediten tatsächlich die Ärmsten erreichen oder eigentlich nur die profitieren, denen es eigentlich eh schon ganz gut geht. Und die Ergebnisse sind echt interessant... Wusstet ihr, dass beispielsweise. dass Tierhaltung in Ouaga offiziell verboten ist, aber in den Dörfern ein Zeichen von Reichtum ist? Dass ein Mann in Burkina auch mal 12 Frauen und 40+ Kinder haben kann? Dass man nicht unbedingt einen Stromzugang braucht, um einen Fernseher zum Einsatz zu bringen? Dass Gaslampen durch die batteriebertriebenen Lampen auch in Burkina am Verschwinden sind? Dass du in Burkina durchaus im abgelegenen Dorf als Landwirt enden kannst, selbst wenn du einen guten Schulabschluss hast? UND: dass wenn du armen und benachteiligten Menschen eine Chance gibst und ein wenig Kapital zu Verfügung stellst, es fast alle schaffen ihre Aktivitäten auszubauen und ihre Lebensumstände zu verbessern?! ... Zu sehen, wie Menschen mit Hilfe der Kredite aufsprühen und ihre Zukunft in die Hand nehmen können, das ist total motivierend... und vor allem nachhaltig ;)

Jap, und nach meinem Praktikum bin ich dann nochmal ein paar Tage nach Yako... und es hieß nochmal mit den beiden Jungs, die verletzt waren, ins Krankenhaus zu gehen... und da haben wir geschlagene 12 Stunden auf den Facharzt gewartet (was ja halb so schlimm wäre, wenns nicht einer der letzten Tage gewesen wäre, aber naja..C'est l'Afrique ;))
Die Diagnose war im Endeffekt nichts neues: beide haben nochmal eine Behandlung gegen die Kopfschmerzen und fürs rechte Auge bekommen. Aber im Endeffekt ist klar, dass bei Edouard der Sehnerv beschädigt ist und er nicht mehr sehen wird...und bei Bartho es leider auch nicht allzu gut für das Auge aus... Eine heftige Diagnose für die beiden und schwierig anzunehmen. Vor allem: Wir glauben daran, dass Gott Wunder getan hat und noch heute tut, aber gibt es einen Punkt, wo man auch irgendwie ein wenig "realistisch" sein muss und Dinge so annehmen wie sie sind?! Vor allem, wenn es schon ein riesen Wunder ist, dass es "nur" das rechte Auge ist, dass Probleme macht?! ...

Wie auch immer, sonst gehts den beiden und auch allen anderen inzwischen wieder gut und alle bereiten sich auf den Schulanfang am 3.Oktober vor. Dieses Schuljahr wird einige Veränderungen bringen, weil viele Jugendliche Waisenhaus verlassen werden... Aber alles und jeder hat seine Zeit. Nun heißt es sich für die Jugendlichen an Uni und Co einzufinden und das wird sicherlich auch eine herausfordernde Zeit.




Sonntag, 9. September 2012

Ein paar Impressionen von meinem Praktikum bei AEM

Eine Frauengruppe beim Unterschreiben der Verträge... Noch am selben Tag bekommen sie ihre Kreditsumme ausgezahlt und ie Arbeit kann beginnen =)

Interviews von KreditnehmernerInnen bei AEM, einem Verein, der mit HIV-Betroffenen und benachteiligten Menschen arbeitet und mit dem wir kooperieren

Seifenherstellung bei AEM

Eine Frau beim Schreiben ihrer "Geschichte aus Burkina Faso"
Sie hatte im Gegensatz zu vielen anderen v.a. Frauen, das Privileg schreiben zu lernen!

Könnt ihr es euch vorstellen eine von 4 Frauen zu sein und in einer Familie mit insgesamt 20 Kindern zu leben...
Sie ist eine dieser Frauen und hat eine Aktivität gestartet, damit sie ein wenig für sich und ihre eigenen 5 Kinder dazuverdient...

2 meiner Kollegen an der Kasse...